Analyse

 

Effiziente und detaillierte Bestandsaufnahme als Grundlage für fundierte Entscheidungen.

Die Arbeit zu Beginn einer Transaktion ist sehr umfangreich und startet mit der Sammlung, Plausibilisierung und Verdichtung von Daten („Data Mining“). Eine effiziente und detaillierte Bestandsaufnahme eines Portfolios ist Grundlage für die Segmentierung des Portfolios und die darauf folgende Workout-Planung.

Data Mining

Das übergeordnete Ziel des Data Minings ist die Erzeugung einer gesicherten Informationslage, welche als Basis für den Strukturierungsprozess und die anschließende Investorenkommunikation (Due Diligence, Verhandlung des Term Sheets) dient.
Je nach Art und Umfang des zugrundeliegenden Portfolios kann das Data Mining unterschiedliche Prozessschritte umfassen:

  • Definition eines notwendigen Datenuniversums
  • Identifikation relevanter Datenquellen
  • Erstevaluation der Datenvollständigkeit und Qualität
  • Diskussion der Datenlieferung und Aufzeigen von Verbesserungsmöglichkeiten
  • Begleitung der finalen Datenextraktion

 

Data Mining

Neben der Formulierung der spezifischen Datenanforderungen für den Strukturierungs- und Placementprozess, kann Crystal Ocean bei der Implementierung/ Erweiterung der zur Erzeugung der Daten notwendigen Prozesse unterstützen. Relevante Dienstleistungen für eine Bank, die Schiffsrisiken abgeben möchte, können u.a. sein:

  • Beratung bei der Modellierung der notwendigen Prozesse
  • Beratung bei der Implementierung der Prozesse innerhalb der bestehenden IT-Strukturen
  • Begleitung eines durchzuführenden Neue-Produkte-Prozesses (NPP)

 

Die Aufbereitung der Daten erfolgt dabei investorengerecht und mit Augenmerk auf eine vollständige und zweckgerichtete Due Diligence.

 

Due Dilligence

Nach Festlegung und Validierung des benötigten Datenuniversums im Rahmen des Data Minings werden in einem standardisierten Due Diligence Verfahren die Darlehen/Schiffe unter wirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Aspekten ausgewertet:

  • Wirtschaftlich relevant sind vor allem die Darlehensstände sowie die Zins- & Tilgungshistorie. Des Weiteren ist die historische Cash / Cash-Flow Situation inkl. OPEX-Breakdown der Schiffe relevant, hierzu werden Informationen wie Liquiditätsvorschau und historische Ist-Betrachtungen ausgewertet.
  • Die rechtliche Checkliste hinterfragt die gesellschaftsrechtliche Struktur der KG und prüft auf eventuell vorhandene Verbindlichkeiten gemäß § 172 IV HGB.
  • Zur Desktop Analyse des technischen Zustandes des Schiffes werden Klasse-Dokumente geprüft. Diese geben Auskunft über die letzte Dockung und die Prüfung bei Erneuerung des Klasse-Zertifikats.

 

Als Resultat werden alle Darlehen in unterschiedliche Subportfoliosegmente aufgeteilt, denen entsprechende Dienstleistungspakete zugeordnet werden. Als Kriterien für die Zuordnung kann das Portfolio nach verschiedenen Arten der Leistungsstörung unterteilt werden:

  • Temporäre Tilgungszahlungsstörung, welche durch OPEX Optimierung und aufgrund der Beschäftigungssituation des Schiffes geheilt werden kann,
  • nachhaltige Tilgungszahlungsstörung, die durch Kapitalmaßnahmen der Gesellschafter geheilt werden kann,
  • nachhaltige Tilgungszahlungsstörung, keine absehbare Besserung in der Beschäftigung, Weiterbetrieb in bestehender Struktur nicht möglich, Restrukturierung der Finanzierung notwendig,
  • nachhaltige Tilgungs- & Zinszahlungsstörung, keine auskömmliche Beschäftigungsmöglichkeit des Schiffes, Verkaufsentscheidung oder Insolvenz notwendig.

 

Portfoliosegmentierung

Auf der Basis der Ergebnisse des Due Diligence Prozesses werden in der Strukturierungsphase Handlungsalternativen für individuelle Assets oder (Teil-)Portfolien entwickelt und einzelne Services abgeleitet. Diese berücksichtigen je nach Auftraggeber (darlehensgebende Bank oder externer Investor) die jeweiligen Ertragsmöglichkeiten. Es ergeben sich daraus folgende sechs Leistungspakete, welche die Assets in einzelne Serviceportfolios klassifizieren:

  1. Weiterbetrieb in bestehender Struktur - Fremdkapital
    Bei Sanierungsfähigkeit oder einer nur vorübergehenden Leistungsstörung des Darlehensnehmers kann der Weiterbetrieb des Schiffes in der bestehenden Struktur für den Darlehensgeber oder auch den Investor die beste Lösung sein. Im Rahmen des Sanierungskonzeptes werden dabei Tilgungsaussetzungen, neue Sanierungszinssätze, das Einschießen frischen Kapitals und auch Stand Still Agreements verhandelt.

  2. Weiterbetrieb in bestehender Struktur - Eigenkapital
    Speziell mit dem Industriehintergrund von Crystal Ocean ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten zur Rendite-Optimierung für den Eigentümer. Werterhaltende Maßnahmen bei Wartung und Pflege, der Einsatz Bunker- und Schmieröl-sparender Technik, Optimierungen bei Crewing und Einkauf und eine gute Verhandlungsstrategie bei Neuabschluss von Charterverträgen haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit eines Schiffes. Teildienstleistungen, die Crystal Ocean nicht selbst erbringt, werden über Dritte koordiniert und von CO überwacht.

  3. Loan to Own
    Der Darlehensgeber hat im Fall, dass ein Darlehen nicht vertragsgemäß bedient und bei Fälligstellung nicht zurückgezahlt wird, die Möglichkeit, das Schiff als Sicherheit zu verwerten. Dabei kann der Darlehensgeber zum einen im Rahmen eines Enforcements seine Rechte am Schiff über einen gerichtlichen Weg geltend machen. Zum anderen aber besteht die Möglichkeit, mit den bestehenden Eigentümern eine Einigung zur Übertragung des Eigentums zu erreichen. Das Management der ??? verfügt in diesem Bereich über umfangreiche Erfahrung.

  4. Darlehensverkauf an Investor
    Sollte sich eine Bank von einem Kreditengagement trennen wollen, kann sie das Darlehen - unabhängig davon, ob eine Leistungsstörung bzw. ein Darlehenskündigungsgrund vorliegt - an einen Investor (oder eine andere Bank) verkaufen. Hierzu ist grundsätzlich - ohne Vorliegen einer Syndizierungsklausel - eine Zustimmung des Darlehensnehmers erforderlich. Bei gekündigten Kreditverträgen bedarf es dieser Zustimmung nicht.

  5. Schiffsverkauf durch einen Asset Deal
    Ein Schiffsverkauf durch einen Asset Deal kann zwischen dem Darlehensgeber und dem Darlehensnehmer im beiderseitigen Interesse vereinbart werden. Der reguläre Schiffsverkauf ist für den Darlehensgeber insbesondere dann interessant, wenn der Darlehensgeber nicht von einer Markterholung ausgeht und/oder aus dem laufenden Schiffsbetrieb Betriebsverluste erwartet werden. Im Gegensatz zur Insolvenz kann ein Asset verkauf wirtschaftlich vorteilhaft sein, um die vergleichsweise hohen Kosten eines Insolvenzverfahrens zu vermeiden.

  6. Insolvenzverfahren
    Ein Insolvenzverfahren ist in bestimmten Fällen unausweichlich und in einigen Fällen für die Befriedigung der Forderungen der Gläubiger notwendig. Eine enge Begleitung dieses Prozesses gehört zu den Kerndienstleistungen von Crystal Ocean und ist erforderlich, um die Interessen des Gläubigers bestmöglich zu schützen.

 

Structuring / Modelling / Bewertung

Grundsätzlich findet die Strukturierung auf Ebene der Einzelassets und des Portfolios statt.

Im Rahmen der Strukturierung sind neben dem Interesse des Kunden Portfolioeinflüsse (z.B. Modellierung, Selektion etc.), rechtliche Aspekte, sowie die Interessen dritter Parteien (u.a. Regulator, Wirtschaftsprüfer etc.) und der Bank oder eines potentiellen Investors zu berücksichtigen.

Auf Portfolioebene sind folgende Parameter von maßgeblicher Bedeutung:

  • Optimierung des regulatorischen Eigenkapitals, Shortfall, EWBs etc. auf Bankenseite
  • aktive Bilanzsteuerung z.B. durch Dekonsolidierung
  • Aufbau einer maßgeschneiderten Investment Plattform
  • etc.

 

Als wesentlicher Erfolgsfaktor ermöglicht die durch Crystal Ocean erbrachte Beratungsleistung eine simultane Betrachtung der Banken-, Investoren- und aufsichtsrechtlichen Perspektive. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass die gefundenen Lösungsansätze eine entsprechende Marktgängigkeit aufweisen und sich effektiv in das gegenwärtige regulatorische Umfeld integrieren lassen. Wir unterstützen hier bei:

  • der Identifikation relevanter Transaktionsportfolien / Einzelassets
  • der Identifikation des relevanten Transaktionstyps (Assetverkauf, Verbriefung etc.)
  • der wirtschaftlichen Analyse verschiedener Transaktionsstrukturen (P&L Impact, Cost of Capital etc.)
  • der Analyse der Deal Performance unter unterschiedlichen wirtschaftlichen Annahmen
  • der Identifikation und Ansprache möglicher Zielinvestoren
  • der effektiven Organisation und Durchführung der Investoren Due Diligence Phase
  • der Steuerung des Kommunikationsprozesses in der Verhandlungsphase
  • dem marktgerechten Pricing der Struktur
  • der Begleitung der Transaktionsdokumentation

 

Ein wesentlicher Teil der Analyse- und Strukturierungsphase besteht in der modelltheoretischen Erfassung der zugrunde liegende Kredite und Schiffe. Der gewählte Modellierungsansatz wird hierbei im Wesentlichen durch die Transaktionszielsetzung, den Charakter der zugrundeliegenden Assets und den avisierten Transaktionstyp bedingt. Oberstes Ziel bei der Modellierung von individuellen Assets und Assetportfolien ist das Schaffen von Transparenz für Verkäufer und Investoren. Sie dient außerdem als unerlässliches Werkzeug im Abstimmungsprozess mit Aufsicht und Wirtschaftsprüfern. Des Weiteren dient die Modellierung als Verhandlungsunterstützung für das Term Sheet mit dem Investor.

Der Modellierungsprozess baut damit unmittelbar auf den Ergebnissen des Data Minings und des Due Diligence Prozesses auf. Er hat die wesentliche Aufgabe die gewonnene Datengrundlage geeignet zusammenzufassen und hieraus entscheidungsrelevante Informationen auf effektive Art zur Verfügung zu stellen. Dies betrifft neben Informationen zur Wirtschaftlichkeit der betrachteten Assets vor allem Aussagen zu deren Risikogehalt. Wesentliche Teilaspekte sind hierbei:

  • Cash Flow Analyse der zugrundeliegende Schiffe
  • Quantitative Erfassung der existierenden Finanzierungsstrukturen
  • Liquiditätssimulation unter unterschiedlichen Szenarioannahmen
  • Wirtschaftlichkeits- und Risikoanalyse möglicher Strukturierungslösungen

 

Art und Umfang des gewählten Modellierungsansatzes hängen stark von der durch die Modellierung zu beantwortenden Fragestellung ab. Insbesondere im Verbriefungskontext ist dabei eine stochastische Modellierung (auf Originatorseite) unerlässlich. Durch ein entsprechend kalibriertes Portfoliomodell können dann Fragen zu folgenden Bereichen beantwortet werden:

  • erwartetem und unerwarteten Verlust der Tranchen
  • Impairment-Wahrscheinlichkeiten der Kapitalstruktur
  • Nachweis des signifikanten Risikotransfers gemäß CRR

 

Je nach Ausgestaltung der Transaktion ist eine Bewertung der Transaktion und / oder des Einzelassets notwendig. Die Bewertung ist nicht nur als Service während der Strukturierung der Transaktion notwendig, sondern auch während der Laufzeit der Transaktion wichtig (z.B. auf Einzelschiffebene) und wird durch die Crystal Ocean erbracht.